Mineralguss ist ein Zweistoffsystem, bestehend aus mineralischen Füllstoffen und einem Epoxydharz als Bindemittel. Der Anteil der Mineralien liegt bei 90 Gewichtsprozenten, mit recht grossen Schwankungen wegen der Geometrie der Produkte. Die Materialien bestimmen zur Hauptsache die Werkstoffeigenschaften des fertigen Produktes. Das Epoxydharz besteht aus flüssigem Harz und Härter. Mineralguss wird im Kaltgiessverfahren bei Raumtemperatur hergestellt.

Das Mineralguss-Verfahren wurde vor ca. 40 Jahren für den Maschinenbau entwickelt und laufend verfeinert, so dass heute eine ausgereifte Technologie zur Verfügung steht. Mineralguss wird weltweit angewendet und an verschiedensten Standorten hergestellt.

Für die Formgebung stehen grundsätzlich zwei Verfahren zur Verfügung, nämlich die Verwendung von massgenauen Negativformen oder dann Schweisskonstruktionen, die als „verlorene Form" ausgegossen werden. Das zweite Verfahren wird aus Kostengründen bei kleinen Stückzahlen eingesetzt.

Die in verschiedenen Korngrössen dosierten Mineralien und das noch flüssige Bindemittel werden im Mischprozess intensiv miteinander vermengt und anschliessend in die Giessform unter Vibration vergossen, so dass ein dichtes Gefüge entsteht. Die anschliessende Aushärtung ist ein exothermischer Vorgang und dauert etwa 12 Stunden. Nach dieser Zeit kann das Entformen stattfinden und die Abgüsse sind für allfällige weitere Bearbeitungsschritte bereit. Beim Ausgiessen von Schweisskonstruktionen entfällt selbstverständlich der Entformprozess; die übrigen Prozess-Schritte sind für beide Formgebungs-Verfahren gleich. Mechanische Präzisionsbearbeitungen finden in der Regel nach 7 Tagen statt.

Ein sehr wesentlicher Vorteil des Verfahrens besteht in der formtreuen,  massgenauen Abformung. Dadurch können Maschinenelemente wie Gewindeeinsätze, Platten, Führungen, Rohre usw. massgenau in der Giessform platziert werden und erfordern am Abguss meist keine mechanische Nachbearbeitung mehr. Weitere Vorteile im Bereich des Vorrichtungs- und Spannmittelbaus sind die sehr gute Schwingungsdämpfung, das geringe Gewichte des Werkstoffes und die gestalterischen Freiheiten.

Aus diesen Eigenschaften entstehen für den Endkunden entscheidende Vorteile wie wirtschaftlicher Einsatz auf seiner Bearbeitungsmaschine (Geschwindigkeit, Werkzeugverschleiss und Oberflächengüte), kurze Beschaffungszeit und interessante Beschaffungspreise.

Die spezifischen Werkstoffeigenschaften erfordern ein dem Anwendungsfall angepasstes Engineering, eröffnen aber gerade im Bereich des Vorrichtungsbaus flexible Lösungen und tragen so zum wirtschaftlichen Einsatz des Verfahrens bei.

 

Mineralgusstechnologie
für den Vorrichtungs- und Spannmittelbau

Schweiz. Mineralguss AG  •  Schanzweg 5  •  CH-8330 Pfäffikon ZH  •  Tel. 044 953 20 90  •  www.mineralguss.ch  •   info@mineralguss.ch